Knochenbrüche (fracturae ossium), plötzliche Trennungen des Zusammenhangs eines Knochens, entstehen in der Regel durch Einwirkung äußerer Gewalt, seltener durch heftige Muskelkontraktionen. Gesunde Knochen besitzen eine große Festigkeit, sodaß ein Stoß oder der Schlag schon mit großer Kraft einwirken muß, wenn ein Knochenbruch herbeigeführt werden soll. Gewisse krankhafte Veränderungen der Knochen (Auflockerung und Brüchigkeit infolge von Syphilis, von Englischer Krankheit, von Knochengeschwülsten u. dgl.) begünstigen das Entstehen der K., und bei alten Leuten brechen die Knochen infolge der senilen aem Peiin Knochengewebes leichter als bei jungen. Bei jungen Personen (Kindern) zerreißt häufig die Knochenhaut nicht mit, sodaß sich die Bruchenden nicht voneinander entfernen. Man teilt die Brüche ein in vollkommene und unvollkommene. Letztere sind diejjenigen, bei welchen die Bruchenden noch in Verbindung gehalten werden, entweder durch die Beinhaut oder dann, wenn der Knochen bloß geknickt ist (infractio). M der Bruch ein vollkommener, so haben sich die Bruchenden, schon durch den Zug der Muskeln, gegeneinander verschoben (sie reiten aufeinander). Manchmal keilt sich auch ein Bruchende in das andere ein. Zu den unvollkommenen Brüschen zählt man auch die Spaltungen (tissura) der Knochen, die namentlich am Schädel häufig zu Stande kommen. Eine andere Einteilung der K. ist die in einfache ohne Verletzung der Haut, rmißt, sind unter E aufzusuchen. 24* großer Gefäße und Nervenstämme) und in komplizierte (mit solchen Verletzungen), welch letztere die gefährlichern sind, weil durch die Hautwunde sehr leicht die Fäulniserreger der Luft zu der