Knoller (Martin), Historien⸗ und Porträtmaler, geb. 8. Nov. 1725 zu Steinach am Brenner in Tirol, bildete sichin Wien zum Maler aus und lebte seit 1753 meist in Italien, wo er in Mailand 25. Juni 1804 starb. In vertrautem Umgang mit Rafael Mengs wurde er einer der Bahnbrecher der neuen Richtung dieses Reformators der Malerei und eignete sich dessen Streben nach Reinheit der Form und Grazie der Komposition an. Obwohl besonders in Oberitalien thätig, malte er doch auch viel in Tirol, in München, Benediktbeuern, Ettal, zu Neresheim in Schwaben und in Wien. Er verfügte noch über die ganze Technik des Freskos, wie die großen Deckenbilder der Kirche in Volders bei Innsbruck, daselbst im Palais Taxis, zu Gries bei Bozen, im Bürgersaal zu München (1775) beweisen. Als Porträtist zeichnete er sich —— vornehme Auffassung aus, Beispiele sind im kaiserl. Besitz zu Wien, im Magistratssaale daselbst das lebensgroße Bildnis Leopolds II. Knopfblume, s. unter Scabiosa. aewöhr (frz. boutons, engl. buttons), das nach der gewöhnlichen Annahme von einem Dänen Namens Knobbe erfundene, der Form nach allgemein bekannte Befestigungsmittel für männliche und weibliche Kleidungsstücke. Als Materialien der Knopffabrikation dienen Leder, Holz, Horn, Steinnuß, Perlmutter, Porzellan, hauptsächlich aber Metalle. K., welche mit Tuch, Seide u. s. w. überzogen werden sollen (Knopfformen), werden meist aus Knochen, die größern * aus Holz, und zwar entweder auf der Drehbank oder, bei fabrikmäßigem Betrieb, aus dünn gesägten Platten mittels des Durchstoßes hergestellt. Hornknöpfe werden stets in erwärmten eisernen Formen gepreßt. Die Metallknöpfe unterscheiden sich in gegossene K. und Blechknöpfe. Zu den gewöhnlichsten Sorten der gegossenen Knöpfe wird bleihaltiges Zinn oder auch eine zusammengeschmolzene Mischung von Zinn und Messing verwendet. Gießen der Zinnknöpfe geschieht mittels eiserner oder messingener Formen, in welche man, falls die K. eine verzierte Oberfläche erhalten sollen, gravierte oder guillochierte Platten einlegt. Das zum Annähen des Knopfs dienende Ohr wird entweder sogleich mitgegossen oder vorher aus verzinntem Messingdraht gebogen, in die Mitte der Form eingesetzt und so an den Knopf angegossen. Die Formgebung der K. wird auf der Drehbank vollendet. Die massiven Blechknöpfe bestehen aus einfachen Metallscheiben mit an denselben befestigtem Ohr, welch letzteres auch wohl durch zwei bis vier Löcher im Knopf ersetzt ist. Diese K. sind meist flach und aus Kupfer⸗, Messing-oder Tombakblech hergestellt. Die Metallscheiben werden mittels eines Stempels ausgestoßen und gewöhnlich mittels eines Prägwerks mit dem Namen des Fabrikanten versehen. Nachdem die aus Draht gebildeten Shre angelötet sind, werden die K. blank gescheuert oder gebeizt. Die Vergoldung, Versilberung u. s. w. geschieht meist auf galvanischem Wege. Die hohlen Blechknöpfe bestehen je aus zwei in ihrem Zwischenraum meist mit Kitt ausgefüllten, am Rande miteinander verbundenen Scheiben, von denen die obere mehr oder weniger konvex, die untere, mit dem Ohr versehene dagegen nur schwach gewölbt, öfters auch ganz flach ist. In diese Klasse gehören die mit Wappen, Nummern, Buchstaben u. s. w. geprägten Uniform⸗ und Livreeknöpfe, so- wie die mit allerlei Reliefmustern verzierten Modeknöpfe. Das Shr ist hier öfters aus der Unterplatte selbst gebildet. Zur Herstellung der überzo genen Metallknöpfe bedient man sich öfters sehr komplizierter Maschinen; im wesentlichen stimmt die Fabrikationsweise mit der der hohlen Blechknöpfe überein, doch verwendet man zur Vereinigung der einzelnen Teile mit Vorteil Pressen, welche je zwei Patrizen und Matrizen besitzen. Die K. aus Steinnuß, Perlmutter, Kokosnußschalen, Horn, Holz u. s. w. werden auf der Drehbank oft aus freier Hand erzeugt. Die als Material der erstern dienenden Steinnüsse werden mittels Kreissägen in entsprechend dicke Scheibchen geschnitten, aus welchen man die kreisrunden Platten von der Größe der K. aussticht. Die fertigen K. werden geschliffen und poliert' auch kann man die nißt, sind unter E aufzusuchen. Oberfläche derselben beliebig färben. Eine bedeutende Konkurrenz wird jetzt den Horn⸗ und Steinnußknöpfen von den K. aus Hartgummi gemacht, deren Fabrikation durch die Verwertung verschiedener Abfälle 1 die Kautschukindustrie von Vorteil ist. Zur Herstellung der Löcher in den K. der letztgenannten Arten sind Knopfbohrmaschinen konstruiert worden, welche alle vier Löcher gleichzeitig in genau gleichem Abstand voneinander und vom Mittelpunkt gleich weit entfernt bohren. Eine geübte Arbeiterin kann mit Hilfe einer solchen Maschine 50 K. in der Minute bohren.