FeedKoch (Siegfr. Gotthelf)
GeschichteBrockhaus 1882

Koch (Siegfr. Gotthelf), eigentlich S. G.Eckardt, Schauspieler, geb. 25. Okt. 1754 zu Berlin, studierte Kameralwissenschaften und war Sekretär bei der Bergwerksadministration, als die Vorstellungen der Koch- und Döbbelinschen Gesellschaft sein Talent für die Schauspielkunst weckten. Er betrat 1778 zuerst zu Schleswig die Bühne. Hierauf kam er nach Lüneburg, dann an das bischöfl. Theater in Hildesheim und 1780 zur Schuchschen Gesellschaft in Danzig und von hier an die von dem russ. Geheimrat Baron von Wittinghoff für eigene Rechnung errichtete Bühne zu Riga, die später ganz in seine und Meyers Hände überging. Eine Gastspielreise in Deutschland veranlaßte (1788) K.s Berufung zur Leitung des frankfurter Theaters, und als der Kurfürst von Mainz ein Hoftheater errichtete, wurde K. auch Direktor dieses Instituts. Die Revolution vertrieb ihn 1792 aus Mainz; noch in demselben Jahre nahm er mit seiner ältesten Tochter Betty, der nachherigen Roose (1778 1808), einen Ruf nach Mannheim an, doch auch hier wurde er durch den Krieg außer Thätigkeit gesetzt. Hierauf leitete er von 1796 bis 1798 die Bühne in Hannover und folgte dann dem Rufe Kotzebues nach Wien. Hier verdrängte er den noch herrschenden geschraubten pathetischen Ton und fuhrte den feinen Konversationston ein, durch den sich das wiener Hoftheater seitdem auszeichnete. Wahrheit und durch Kunst veredelte Natur kennzeichneten K.s Spiel. K. starb 11. Juni 1831 in Alland unweit Baden bei Wien.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 388Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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