Krankenwäsche, die Leib⸗ und Bettwäsche der Kranken, bedarf in allen jenen Fällen, in denen es sich um ansteckende Krankheiten handelt (Cholera, Pocken, Scharlach, Diphtheritis, Unterleibs⸗ und Flecktyphus, Milzbrand, Ruhr, Tuberkulose, Kindbettfieber u. a.), einer sehr gründlichen und gewissenhaften Desinfektion, ehe sie wiederum anderweit benutzt werden darf. Leibwäsche, waschbare Kleider und Bettwäsche sind, ohne sie zu schütteln, auseinander zu nehmen oder auszustäuben, im Krankenzimmer selbst in bereitstehende Behälter mit Schmierseifenlauge (15 g Schmierseife aufgelöst in 10 1 lauwarmen Wassers) unterzutauchen, in diesen aus dem Zimmer zu schaffen, dann mit derselben an einem passenden Ort eine halbe Stunde lang zu kochen und endlich wie gewöhnlich zu waschen. Vom Kranken benutzte Verbandstücke werden am besten verbrannt. Betten, Matratzen, Kissen, Decken und alle nicht waschbaren Stoffe mit Einschluß der Kleider sind, wo dies angeht, in mit Sublimatlösung (1 Teil Sublimat auf 5000 Teile Wasser) getränkte Laken oder Tücher einzuhüllen und einer Desinfektionsanstalt zu übergeben, in welcher sie durch überhitzten Wasserdampf gereinigt werden. Nach der Desinfektion klopft man sie im Freien aus, sonnt und lüftet sie öfters, läßt die Federn in Bettfedernreinigungsanstalten reinigen und nimmt sie, wenn möglich, erst nach Verlauf von vier Wochen wieder in Gebrauch.