Krause (Karl Christian Friedr.), namhafter Philosoph und freimaurerischer Schriftsteller, geb. 6. Mai 1781 zu Eisenberg im Altenburgischen, besuchte das Gymnasium zu Altenburg und studierte in Jena, wo er sich 1802 als Privatdocent habilitierte. Die Ansicht, daß die Menschheit auf Erden ein Teil eines höhern Geisterreichs sei, gab seinem Studium eine eigentümliche Richtung und bildete den Grund seines Lehrsystems, welches als die Aufgabe der Menschheit darstellte, sich zu einem organisch und harmonisch gestalteten Bunde herauszubilden. Die Keime eines solchen Bundes ahnte K. in der Freimaurerbrüderschaft und ließ sich deshalb 1805 zu Altenburg in dieselbe aufnehmen. Die Wissenschaft der Freimaurerei förderte er durch sein Werk Die drei ältesten Kunsturkunden der Freimaurerbrüderschafto (Dresd. 1810; 2. Aufl., 2 Bde., 1820—21). Vorher schon hatten seine Schriften Höhere Vergeistigung der echt überlieferten Grundsymbole der Freimaurereis (Freiberg 1810; 3. Aufl., Dresd. 1820) und Urbild der Menschheito (Dresd. 1811; 2. Aufl. 1819) seiner idealisierenden Auffassung des Maurertums Ausdruck gegeben. Bis 1813 lebte er erst in Rudolstadt, dann in Dresden. Der Versuch, in Berlin, wo er dann Vorlesungen hielt und die Berlinische Gesellschaft für deutsche Sprache stiftete, eine Anstellung zu finden, war ohne Erfolg; ebenso blieb er auch in Göttingen und München ohne Amt. K. starb 27. Sept. 1832 in München. Seine philos. Anschauungen stehen den Lehren Schellings am nächsten und suchen nach einer an Descartes erinnernden Methode zu einem abschließenden System zu gelangen. Seine zahlreichen philos. Schriften haben das Bestreben, eine vermeintlich rein urdeutsche, für Deutsche aber unverständliche Terminologie einzuführen. Von ihnen sind hauptsächlich anzuführen; »Abriß des Systems der Logik als philos. Wissenschafto (Gött. 1828), „Abriß des Systems der Philosophie des Rechts v (Gött. 1828), Vorlesungen über das System der Philosophies (Gött. 1828), Vorlesungen über die Grundwahrheiten der Wissenschafto (Gött. 1829), der von Leonhardi u. a. in verschiedenen Abteilungen herausgegebene «Handschriftliche Nachlaßv (Gött. 1836—48), (System der Rechtsphilosophiey von Röder (Lpz. 1873) und Vorlesungen über Asthetiko, von Hohlfeld und Wünsche (Ipz. 1882) herausgegeben. Vgl. Lindemann, Klbersichtliche Darstellung des Lebens und der Wissenschaftslehre K.sv (Münch. 1839). Unter K.s Anhängern, welche eine Zeit lang eine Zeitschrift Die neue Zeity herausgegeben, sind Leonhardi, Schliephake, Röder und Ahrens zu nennen. Vgl. P. Hohlfeld, «Die Krausesche Philosophiev (Jena 1879); R. Eucken, (Zur Erinnerung an Friedr. K.v (Lpz. 1881).