Laeken (spr. Läken), königl. Residenzschloß bei Brüssel, mit sehenswerten Gartenanlagen und reizender Aussicht über die belg. Hauptstadt und deren nördl. Umgegend, wurde 1782 zum Aufenthalt der österr. Generalstatthalterin Marie Hien re⸗ (Gemahlin des Herzogs Albert von Sachsen-Te1 erbaut. Nach 1794 verkaufte es der Erzher5⁰ arl einem Chirurgen, von dem es 1803 in den esitz Napoleons I. kam, der es selbst 1811 kurze Zeit mit Marie Luise bewohnte. L. ward 1814 zum Krongut geschlagen, und pflegt von der belg. Königsfamilie im Sommer Slo zu werden. Vor dem Haupteingang des Schlosses dehnt sich ein öffentlicher — aus mit dem 1880 errichteten Denkmal des Königs Leopold I. An der Stelle der uralten Dorfkirche, unter welcher zuerst die Reste der 1850 verstorbenen Königin Luise und 1865 die des Königs Leopold I. beigesetzt wurden, ist auf Staatskosten und im got. Stile ein monumentales (unvollendet gebliebenes) Kirchengebäude errichtet worden, das nunmehr zur Familiengruft des königl. Hauses bestimmt ist. Das Dorf Laeken, eine Aner: Oftendender Brüssels, Station der Linie Brüssel-Ostende der Belgischen Staatsbahnen, zählt 20004 CE. Der Kirchhof zu L. enthält eine schöne Marmorstatue der Sängerin Malibran. — Labnnee (René Theophile Hyacinthe), berühmter Mediziner, geb. 17. Febr. 1781 zu Quimper in der Bretagne, erhielt seine erste Erziehung von seinem Großoheim, einem Geistlichen zu Elliant, und studierte sodann zu Nantes unter der Leitung seines Oheims, des Oberarztes der dortigen Hospitäler. Im J. 1799 war er als Wundarzt bei der Westarmee thätig, vollendete sodann unter Corvisart in Paris seine mediz. Studien und erhielt 1806 eine Stelle am Hospital Beaujon,‚ 1816 eine solche am Hospital Necker. Hier sammelte er vermittels des von ihm erfundenen Stethoskops (s. d.) seine ausgezeichneten Beobachtungen über Herz⸗ und Lungenkrankheiten, die er 1819 in seinem berühmten Werke De Pauscultation médiate ou traité du diagnostic des maladies des poumons et du cœurs (2 Bde., Par. 1819; 4. Aufl., 3 Bde., von Andral, 1836; deutsch von Meißner, 2 Bde., Lpz. 1832) veröffentlichte. Im J. 1822 wurde er Jahreih am Collége de France, und im folgenden ahre Professor der mediz. Klinik. L. ergänzte die wichtige Entdeckung der Perkussion (s. d.) von Auenbrugger durch die ebenbürtige der Auskultation, und legte durch sein obengenanntes Werk den Grund zu der exakten physik. Diagnostik, mit welcher eine neue Epoche der modernen Medizin begann. Er erlag der Schwindsucht, um deren Kenntnis er sich so hervorragende Verdienste erworben, 13. Aug. 1826 zu Kerlouarnec bei Douarnenez in der Bretagne. Am 15. Aug. 1868 wurde ihm in seinem Geburtsorte ein Standbild errichtet. Vgl. Lallour, (Notice historique sur L.5 (Quimper 1868).