Landwirtschaftliche Versuchsstationen (auch agrikulturchem. Versuchsstationen genannt), Einrichtungen, welche mit wenigen Ausnahmen von den landwirtschaftlichen Haupt-öoder Centralvereinen gegründet sind und einerseits der Forschung auf Hhenephyiiol Gebiete der Landwirtschaft, andererseits der Kontrolle der vom Landwirt gekauften Sämereien und Futter- und künstlichen Düngemittel dienen und in hohem Grade segensreich wirken. Die ältesten in den vierziger Jahren entstandenen Versuchsstationen sind diejenigen zu Bechelbronn im Elsaß (einem Landgute Boussingaults) und zu Rothamstead (England). Jedoch rührt der Aufschwung des landwirtschaftlichen Versuchswesens erst von der 1851 erfolgten Gründung der Versuchsstatisn in Möckern bei Leipzig her. Gegenwärtig gibt es deren nicht nur in Deutschland eine große Zahl, sondern in allen Ländern Europas sind Versuchsstationen vorhanden, im ganzen mehr als 100. Während die Mehrzahl der landwirtschaftlichen Versuchsstationen für agrikulturchem. Untersuchungen im allgemeinen bestimmt sind, widmen sich einige derselben lediglich speziellen Zweigen; so hat man Versuchsstationen für Spiritusfabrikation, Brauerei, Weinbau, Hopfenbau, Milchwirtschaft u. a. m. Vgl. Kühn und Nobbe, «Entwickelung und Thätigkeit der land⸗ und forstwirtschaftlichen Versuchsstationen in den ersten 25 Jahren ihres Bestehenso (Berl. 1877).