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Haus & KücheAppetit-Lexikon 1894

Anis, eine dem Orient entstammende Culturpflanze Süd⸗ und Mitteleuropas, deren grüngelbe Samenkörner als Gewürz auf Backwaaren und in der Küche, hauptsächlich aber zur Herstellung des süßen Anisliqueurs (franz. anisette de Bordeaux, span. aniséete) dienen. Man bevorzugt dazu den süßen italienischen und südfranzösischen Anis, zum Verzuckern dagegen den großen Puglieser von der Insel Malta. Für die schönste und krästigste Sorte gilt der spanische Anis, der jedoch zumeist in Portugal und in Mähren (Zuaim) gezogen wird, wo der Anisbau gegenwärtig in Blüthe steht, während er in Deutschland seit dem dreißigjährigen Kriege erheblich zurückgegangen ist.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 11Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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