Meerkohl, ein Vetter des Rettigs, ist im Lande ober und unter der Enns unbekannt, kommt aber in einer aus dem Orient eingewanderten Art, dem Tartarenkohl, mit fleischiger, süßlich schmeckender Wurzel, in Rumänien, Ungarn und Mähren vor und wird dort theils geschält wie Spargel als Salat oder gekocht wie Gemüse, die jungen Sprossen auch wohl wie Blumenkohl verspeist. Der gemeine Meerkohl dagegen, gewöhnlich Seekohl genannt, ist eine Strandpflanze mit kohlartigem Charakter, die an der deutschen Ostsee- und Nordseeküste und an den englischen Gestaden hin und wieder wild wächst und 1799 auf den Markt gebracht wurde. Man speist in England die frischen, unter Abschluß des Lichtes gezogenen Sprossen in Salzwasser abgekocht und mit zerlassener Butter 554 und macht ein großes Aufheben von diesem Gerichte, indessen — weder Deutschland noch Holland, noch Frankreich haben sich trotz wiederholter Anläufe die Pflanze wirklich zu eigen gemacht und das stellt für den Kenner die Inferiorität des Seekohls gegenüber dem Spargel und dem Blumenkohl völlig außer Frage.