Suppe, so Hader-Suppe genannt wird, Machet in einer Casserole oder Tiegel Butter auf dem Kohlfeuer braun, rühret ein Paar Messerspitzen Mehl drein, welches auch muß braun werden, giesset hernach Fleisch-Brühe oder Wasser drauff, und lasset es kochen, würtzet es auch mit Muscatenblüten, Ingber und Pfeffer ab. Hierauf zerklopffet ein Paar Eyer, und wenn die Suppe in vollen Sude ist, so lasset die Eyer hinein lauffen, so zertheilen sie sich, und wird ein Gehäder draus. Zuletzt schneidet Brod würfflicht oder länglicht, röstet es in Butter, thut es in eine Schüssel, und richtet die Suppe drauff an.
Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 1941Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0