FeedClesinger (Jean Baptiste Auguste)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Clesinger (Jean Baptiste Auguste), franz. Bildhauer, geb. in Besangon 22. Sept. 1814, ging 1830 nach Rom, wo er, auf Verwendung seines Gönners, des Kardinals von Rohan, zu Thorwaldsen in die Lehre kam. Er trat in den pariser Kunstausstellungen zuerst mit Porträtbüsten auf und erregte 1847 Aufsehen mit der sehr lebendig, aber nicht anmutig bewegten Marmorstatue einer nackten jungen Frau, die von einer Schlange gebissen wird. Er modellierte 1848 eine kolossale Büste der Frei-Na und eine Statue der Fraternitas im größten aßstabe für das Fest der Eintracht am 14. Mai auf dem Marsfelde. Im J. 1856 sah man von seiner Hand im Hofe des Louvre das Modell einer Reiterstatue Franz'I., welche so heftigen Tadel fand, daß sie weggebracht werden mußte. Schwer gekränkt, begab sich der Künstler nach Rom, wo er als Bildhauer weiter arbeitete und auch Versuche in der Malerei machte. Von neuern Arbeiten C.s sind zu nennen: Kleopatra vor Cäsar (1869), Ariadne — dem Tiger, Waltausstel der Europa (letztere auf der wiener Weltausstellung von 1873). Hier hatte er auch eine von ihm gefertigte Reiterstatue des Kaisers Franz Joseph von Osterreich ausgestellt. Auf der Ausstellung von 1878 befanden sich von ihm unter anderm eine Entführung der Dejanira durch den Centauren Nessus und eine Befreiung der Andromeda durch Perseus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 455Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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