Flodoard, Historiker, geb. 894 zu Epernay an der Marne, ward Archivar des reimser Erzbistums, später Abt eines Klosters bei Reims. Von seinen zahlreichen Werken sind zunächst zu nennen die „Historiarum ecelesiae Remensis libri IVo oder Gesta pontificum Remensiumo, eine überaus wichtige Quelle für die Geschichte des 9. und 10. Jahrh., als Reims gewissermaßen der Mittelpunkt des westfränk. Reichs war. F. machte hier von den Urlunden des Erzbistums umfassenden Gebrauch. (Ausgabe von Heller und Waitz, Monumenta Germaniae Scriptoreso, Bd. 13, und mit franz. übersetzung von Lejeune, Reims 1854.) Auch seine Annales 919 — 966 vK sind durch die Fülle zuverlässiger Nachrichten von größter Bedeutung. (Ausgabe von Pertz, (Monumenta Germaniae Scriptoresv, Bd. 3, und mit franz. Übersetzung von Bandeville, Reims 1855.) F. starb 28. März 966; unbekannte Fortsetzer führten die Annalen bis 990 weiter.