Gay (Sophie), geborene Nichault de Lavalette, sranz. Schriftstellerin, geb. 1. Juli 1776 zu Paris, erhielt eine vortreffliche Erziehung, vermählte sich 1793 mit einem Wechselagenten Namens Liottier, trennte sich aber bald wieder von ihm und schloß 1798 eine zweite Ehe mit dem Associé eines Bankiers, Namens G., der Obersteuereinnehmer des Depart. Roêr ward; daher bewohnte sie zehn Jahre lang bald Aachen, bald Paris. Als Schriftstellerin trat sie zuerst im 4Journal de Pariso mit einer Verteidigung der Verfasserin der Delphine (Frau von Staél) auf. Dann erschienen die Romane „Laura d'Estelb (3 Bde., Par. 1803), Léonie de Montbreuse (2 Bde., Par. 1813; deutsch, Berl. 1837), ihr bester Roman, und Anatolen (2 Bde., Par. 1815). In späterer Zeit veröffentlichte sie außer verschiedenen Theaterstücken, welche auf der Komischen Oper und im Theätre frangais nicht ohne Erfolg aufgeführt wurden (wie z. B. Le marquis de Poménarso, 1820), eine lange Reihe von Romanen, wie „Les malheurs d'un amant heureuxy (3 Bde., 1818—23), worin sie das heitere pariser Leben unter der Direktorialregierung glänzend schildert, Le moqueur amoureuxo (1830; deutsch von Schoppe, Lpz. 1837), Un mariage sous Pempire v (1832), La physiologie du ridicule 2 Bde., 1833), «Souvenirs d'une vieille femme (1834), „La duchesse de Chàteaurouxo (1834; deutsch von Fanny Tarnow, 2 Bde., Lpz. 1835), „La comtesse d'Egmont (2 Bde., 1836), KMarie de Mancinio (2 Bde., 1840), Ellénoren (4 Bde., 1844—46), Marie Louise d'Orléans (1842), (Le comte de Guiche (3 Bde., 1845) u. s. w. Ihre Belobir als Schriftstellerin bekannte Tochter delphine Gay verheiratete sich mit Emile de Girardin (s. d.). Sophie G. folgte diesem ihrem Schwiegersohne, als derselbe verwiesen wurde, nach Brüssel, wo sie 3. März 1852 starb.