FeedGottfried der Buckelige
GeschichteBrockhaus 1882

Gottfried der Buckelige, durch den Tod seines Vaters Gottfried des Bärtigen (s. d.) 1069 Herog von Niederlothringen und Spoleto und durch seme Heirat mit athilde von Tuscien auch zur Herrschaft über den größten Teil von Ober⸗ und Mittelitalien berufen, ging andere Wege als sein Vater. Er war fern davon, die Politik Gregors VII. zu unterstützen; dies mag der nächste Grund gewesen sein, weshalb Mathilde sich von ihm trennte und G. selbst sich mehr auf seine Stellung in Deutschland beschränkte. G. trat entschieden auf die Seite Heinrichs IV., unterstützte ihn im Kampfe mit den Sachsen und billigte es, daß Heinrich durch die ihm befreundeten Bischöfe auf der Wormser Synode Gregor VII. absetzen ließ. Er wollte selbst, um diesen zu bekämpfen, nach Italien ziehen, wurde aber 26. Febr. 1076 in Utrecht von einem Dienstmannen des Grafen von Holland ermordet. G. war kinderlos, und das Herzogtum Niederlothringen ging nun auf seinen Neffen Gottfried von Bouillon (s. d.) über. Vgl. Pannenborg, „Studien zur Geschichte der Herzogin Mathilde von Canossa (Gött. 1872).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 236Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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