FeedGräfe (Heinr.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Gräfe (Heinr.), verdienter deutscher Pädagog, geb. 3. März 1802 zu Buttstädt, besuchte seit 1815 das Gymnasium zu Weimar und widmete sich seit 1820 zu Jena erst mathem., dann theol. Studien. Nachdem er seit 1823 als Kollaborator zu Weimar thätig gewesen, ging er 1825 als Rektor der Stadtschule nach Jena, die er zur Bürgerschule umgestaltete. Durch einige Schriften über Schulwesen, sowie die Zeitschrift Die deutsche Schuler hatte er seinen Namen vorteilhaft bekannt gemacht. G. erhielt 1840 zu Jena den Charakter als Bürgerschuldirektor und wurde zum außerord. Professor der Universität ernannt. Im J. 1842 wurde er als Rektor der Bürgerschule nach Kassel berufen, und übernahm bald darauf die Direktion der von ihm dort eingerichteten Realschule. Im J. 1849 zum Abgeordneten für die Ständeversammlung gewählt, wo er sich der demokratischen Linken anschloß, wurde er 1851 wegen seiner Schrift „Der Verfassungskampf in Kurhessen » (Lpz. 1851) und wegen seiner Thätigkeit im landständischen Ausschusse durch das permanente Kriegsgericht zur Untersuchung gezogen und 1852 zu dreijähriger Festungsstrafe verurteilt. Bereits 1853 freigegeben, ging G. nach Genf, errichtete daselbst eine Erziehungsanstalt, folgte aber 1855 einem Rufe nach Bremen, wo er seitdem die von ihm organisierte höhere Bürgerschule leitete und 21. Juli 1868 starb. G.s wichtigste Schriften sind: Allgemeine Pädagogiks (2 Bde., Lpz. 1845), „Deutsche Volksschules (3 Tle., Lpz. 1847 3. Aufl., bearbeitet von Schumann, Jena 1878—79), Maturgeschichte der drei Reiche» (2. Aufl., 2 Bde., Bresl. 1841), 4Geometrische Anschauungslehrev (3. Aufl., Lpz. 1850), Allgemeine Sammlung von Aufgaben aus der bürgerlichen, kaufmännischen u. s. w. Rechenkunsto (Opz. 1852; 3. Aufl., umgearbeitet von Klusmann, 1872).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 267Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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