FeedManuel I. Komnenos
GeschichteBrockhaus 1882

Manuel I. Komnenos, byzant. Kaiser, geb.. 1122, war ein Sohn des Kaisers Johannes Komnenos und gelangte bei seines Vaters Tode (8. April 1143) zur Herrschaft. Nach überwindung der Ge⸗(f fahren, die ihm der Raubzug der sicil. Normannen (1147) nach Griechenland und der zweite Kreuzzug (1147 und 1148) bereiteten, gelang es ihm, sich für lange Zeit das entschiedene übergewicht über die Seldschuken im östl. Kleinasien und über die franz. Ritterstaaten in Syrien zu sichern. In Europa dagegen beugte er nicht allein Serbien (1151) wieder unter seine Hoheit, sondern machte auch das Reich der Magyaren (1168) zu einem byzant. Vasallenstaat. Weniger erfolgreich in seinen Kämpfen mit den sicil. Normannen und mit den Venetianern, überspannte er seine Kräfte durch die Versuche, unter Gewinnung des Papstes und unter Unterstützung der Lombarden den deutschen Hohenstaufen Friedrich J. Barbarossa aus Italien zu verdrängen und auch die Krone des abendländischen röm. Kaisertums für sich zu erwerben. Als diese seit 1161 begonnenen Versuche schließlich durch den Friedensschluß zwischen Friedrich I. und der Kurie zu Venedig im Sommer 1177⁷ gänzlich vereitelt wurden, hatte die Niederlage, welche die Seldschuken im J. 1176 dem großen Ritterheer bei dem phrygischen Myriokephalon beibrachten, dem Kaiser M. auch seinen kriegerischen Nimbus geraubt. Er starb 24. Sept. 1180.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 424Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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