FeedMimiery
TierreichBrockhaus 1882

Mimiery (engl., d. i. possenhafte Nachahmung) bezeichnet nach Wallace und Bates eine merkwürdige Art von Anpassung (s. d.), bei welcher eine Tierart (meist Insekten) eine auffallende Ahnlichkeit mit einer andern Tierart besitzt und durch diese Ahnlichkeit, die als „Verkleidunge bezeichnet werden kann, vor Feinden geschützt wird. Die eine Tierart (die anachgeahmter) besitzt in einem unangenehmen Geruch, übeln Geschmack ihres Fleisches u. dgl. einen natürlichen Schutz vor Feinden, und eine zweite oder mehrere andere Arten (die anachahmendeno) finden denselben Schutz dadurch, daß sie, ohne jene Abschreckungsmittel zu besitzen, durch Ahnlichkeit ihrer äußern Form oder Färbung mit jener Art die Feinde täuschen. So ziehen gewisse Schmetterlinge (Pieriden) Vorteil aus ihrer Nachahmung der von allen Insektenfressern wegen ihres stechenden Geschmacks gemiedenen Heliconiden; die Sesiiden finden Schutz durch ihre Ahnlichkeit mit Hummeln oder Hornissen. — In weiterm Sinne wird M. für schützende Ahnlichkeit mit leblosen Gegenständen (Pflanzenblättern, Baumrinde, mit der Erdoberfläche u. dgl.) gebraucht. Ein Beispiel ist das cWandelnde Watt' „eine Heuschreckenart, die sandgelbe Färbung fast aller Wüstentiere, die weiße Färbung der polaren Tiere u. s. f.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 735Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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