Saturninus oder Saturnilus, der erste bekannte syr. Gnostiker, lebte unter Kaiser Hadrian in Antiochia. Sein System stellt dem obern Lichtreiche ein unteres Reich der Finsternis dualistisch gegenüber. Tief unter dem höchsten Gott stehen die sieben Planetengeister oder Archonten, an deren Spitze der Judengott, welche die Welt und nach einem himmlischen Urbilde den Menschen erschaffen, der aber hilflos auf dem Boden kriecht, bis die obere Macht sich seiner erbarmt und ihn durch einen herabgesandten Lichtfunken belebt. So entsteht ein pneumatisches Menschengeschlecht, dem gegenüber Satan, der Beherrscher des finstern Chaos, ein teuflisches Geschlecht erschafft. Der Judengott und die übrigen Sterngeister geben der Menschheit, nach ihrer beschränkten Einsicht, ein unvollkommenes Gesetz, das die pneumatischen Menschen nicht zu erlösen vermag und von dem dämonischen Geschlecht auf Satans Antrieb gebrochen wird. Da sendet der himmlische Vater den Erlöser in einem Scheinkörper auf die Erde herab, um den pneumatischen Samen aus der untern Welt zu befreien, zugleich aber auch der Herrschaft der unvollkommenen Sterngeister ein Ende zu machen. Der dualistischen Grundanschauung des Systems entsprach die Enthaltsamkeit seiner Anhänger von allem, was sie mit dem bösen Prinzipe beflecken konnte, insbesondere vom Fleischgenuß und der Che.