FeedSavigny (Karl Friedr. von)
Recht & StaatBrockhaus 1882

Savigny (Karl Friedr. von), preuß. Diplomat, der Sohn des vorigen, geb. 19. Sept. 1814 zu Berlin, widmete sich zu Paris und München jurist. und allgemein wissenschaftlichen Studien. Im J. 1836 trat er beim Stadtgericht in Berlin ein, ging aber 1838 zur Diplomatie über. Nach Ernennung des Ministeriums Brandenburg-Manteuffel wurde S. vortragender Rat im Ministerium des Auswärtigen, 1849 außerordentlicher Gesandter am bad. Hofe, 1859 Gesandter in Dresden, 1863 in Brüssel. Im J. 1864 wurde er preuß. Gesandter am Bundestage zu Frankfurt a. M.; in dieser Stellung verblieb er bis zu der gegen Preußen gerichteten Abstimmung vom 14. Juni 1866. Nach Abschluß des Nikolsburger Präliminarfriedens führte S. in Gemeinschaft mit dem Grafen Bismarck die Friedensverhandlungen mit den deutschen Staaten, die sich mit Preußen im Kriege befunden hatten. Die Auseinandersetzungen mit Sachsen leitete er allein. Hierauf wurde er zum Bevollmächtigten bei der Vereinbarung des Norddeutschen Bundes designiert. Im Frühjahr 1867 trat er wegen Differenzen mit Bismarck aus dem Staatsdienst und übernahm ein Mandat für den Reichstag des Norddeutschen Bundes. Hier sowohl wie im preuß. Abgeordnetenhause trat er in scharfer Opposition gegen die Regierung auf und wurde schließlich einer der Hauptführer der klerikalen Centrumspartei. S. starb zu Frankfurt a. M. 11. Febr. 1875.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 269Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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