FeedSchleinitz
GeschichteBrockhaus 1882

Schleinitz (Aler. Gust. Adolf, Freiherr von), ehemaliger preuß. Staatsminister und Minister des königl. Hauses, geb. 29. Dez. 1807 zu Blankenburg am Harz als Sohn des spätern braunschw. Ministers Ferdinand von S. (gest. 12. Febr. 1837), studierte in Göttingen und Berlin die Rechte, schlug später die diplomatische Laufbahn ein und wurde 1835 zunächst als Attaché und ein Jahr später als Sekretär der preuß. Gesandtschaft in Kopenhagen zugeteilt. In gleicher Eigenschaft 1838 nach Petersburg, 1840 nach London versetzt, erhielt er Ende 1841 das Amt eines vortragenden Rats in der polit. Abteilung des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten. Am 20. Juni 1848 übernahm er an Heinrich von Arnims Stelle das Ministerium des Auswärtigen, legte jedoch schon nach einer Woche das Portefeuille nieder und wurde Vertreter Preußens in Hannover. Im Mai 1849 führte S. als preuß. Bevollmächtigter die Friedensverhandlungen mit Dänemark. Er trat sodann als Minister des Auswärtigen in das Ministerium Brandenburg ein, nahm lebhaften Anteil an der Revision der oktroyierten Verfassung, gab aber im Sept. 1850 wegen polit. Differenzen sein Ministerium an Radowitz ab. Erst in dem liberalen Ministerium Hohenzollern-Auerswald vom 6. Nov. 1858 übernahm er wieder das Portefeuille des Auswärtigen, legte dasselbe jedoch infolge des Konflikts der Regierung mit dem Abgeordnetenhause Okt. 1861 nieder und erhielt dafür das Ministerium des königl. Hauses, das er bis zu seinem Tode 19. Febr. 1885 verwaltete.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 386Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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