FeedSchlabrendorf (Gust., Graf von)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Schlabrendorf (Gust., Graf von), Sohn des vorigen, ein durch Geistesbildung und edle Gesinnung ausgezeichneter Sonderling, geb. zu Stetiin 22. März 1750, studierte in Frankfurt a. O. und in Halle. Nach dem Tode seines Vaters frühzeitig in den Besitz eines ansehnlichen Vermögens gelangt, benutzte er dasselbe, um Reisen zu machen. Nach Ausbruch der Revolution ließ er sich in Paris nieder und studierte hier Sprachen und Philosophie, interessierte sich aber auch für die polit. Erscheinungen und widmete allen wohlthätigen Unternehmungen seine thätige Hilfe. Während der Schreckenszeit kam er als Freund der Girondisten in Kerkerhaft, und nur durch Zufall entging er dem Schafott, bis ihm nach 18 Monaten Robespierres Sturz die Freiheit brachte. Napoleon I. ließ ihn unangefochten. In den letzten zehn Jahren, wo er sich die Erfindung einer Sprachmaschine zur Aufgabe gesetzt hatte, verließ er sein Zimmer nicht. Das Buch «Bonaparte und das franz. Volk unter seinem Konsulatey (1804), das sein Freund J. F. Reichardt herausgab, ist wesentlich sein Werk. S. starb zu Paris 22. Aug. 1824.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 367Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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