FeedSchutzgerechtigkeit
Recht & StaatBrockhaus 1882

Schutzgerechtigkeit oder Vogtei bezeichnet ein Abhängigkeits⸗ und Herrschaftsverhältnis des deutschen Mittelalters, welches in mehrfachen Anwendungen vorkam. Es bestand namentlich gegenüber der freien, aber besitzlosen bäuerlichen Bevölkerung, die den Militärdienst gegenüber ihrem Grafen oder Landesherrn durch eine Steuer abkaufte. Indem diese Steuer zum Gegenstand eines Lehns gemacht wurde, übergab sie der Inhaber der öffentlichen Gewalt in Verbindung mit der niedern Gerichtsbarkeit zu Lehn. So erscheint die S. im wesentlichen als eine niedere Gerichtsbarkeit. Die Güter der Vogtsleute sind mit vogteilichen Lasten beschwert. (S. Schutzverwandte, Bürger.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 531Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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