Selkirk, eine Grafschaft im südl. Schottland, zwischen Edinburgh, Berwick, Roxburgh, Dumfries und Peebles, zählt auf 673, km (1881) 25 562 C. in 3 Flecken und 12 Kirchspielen. Die Grafschaft ist ein pittoreskes Gebirgsland. Das Cheviotgebirge, das hier im Windlestraw-Law 659, in den Blackhouse-Heights 738, im Ettrick-Pen 688 meaufsteigt, bildet eine Menge schmaler Thäler. Der Tweed, verstärkt durch den Ettrick mit dem Narrow, folgt der Hauptabdachung gegen Osten zur Nordsee. Das Klima ist rauh, der Boden, von dem nur 8 Proz. dem Pflug unterworfen sind, wenig fruchtbar, der Ackerbau auf Hafer und Kartoffeln beschränkt, die Industrie unbedeutend. Die ehemals ausgedehnten Wälder sind längst verschwunden und zahlreiche Herden von Kühen, Pferden und besonders von Schafen weiden auf den wellenförmigen Plateauflächen und Bergabhängen. Die Schafe der Selkirk- und Cheviotrasse sind berühmt durch ihre feine, lange Wolle, und diese nebst den Lämmern und Hammeln bildet den Hauptausfuhrgegenstand des Ländchens. Der Hauptort ist die Marktstadt Selkirk, rechts am Ettrick und 4 Km von dessen Mündung in den Tweed, Station der Linie Galashiels-S. der Nordbritischen Bahn, mit sechs Kirchen, einem schönen Stadthause und 6090 E., hat Wollindustrie und Gerberei.