FeedTassaert (Joh. Peter Anton)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Tassaert (Joh. Peter Anton), Bildhauer, geb. zu Antwerpen 3. Aug. 1729, war Schüler seines Vaters, des damals berühmten Bildhauers Felix Tassaert zu Antwerpen. Im J. 1751 reiste er nach London, um hier seine Studien zu vervollkommnen. Im J. 1758 kam er nach Paris, wo ihm Ludwig XV. verschiedene Aufträge erteilte. Die gelungene Ausführung derselben bewirkte, daß ihm der König die Anfertigung seiner Statue übertrug. Diese Statue wurde später im Saale der chirurgischen Schule aufgestellt. Friedrich d. Gr. berief ihn 1774 als Hofbildhauer nach Berlin. Hier fertigte er zunächst die Marmorbüste Friedrichs d. Gr. an, welche jetzt in der Kunstkammer zu Berlin aufbewahrt wird. Bedeutende Kunstwerke sind seine Marmorbüsten des Moses Mendelssohn und des Abbé Raynal. Viele Marmorstatuen und Marmorgruppen schuf er für den Prinzen Heinrich, der ihn ganz besonders hochschätzte. Einige dieser Gruppen zierten den Palast dieses Prinzen, die jetzige Universitätsaula. Unter seinen zahlreichen Kunstwerken verdienen noch vier Statuen Erwähnung für das Cavalierhaus zu Sanssouci, sowie das in der kath. St. Hedwigskirche befindliche Monument der Frau von Blumenthal. Seine spätern Hauptwerke sind die Marmorstatuen von Keith und Seydlitz, welche sich jetzt in der Vorhalle der evang. Kirche der Haupt-Kadettenanstalt zu Groß-Lichterfelde befinden. T. war königl. Oberintendant über alle Skulpturwerke in Berlin und Rektor der königl. Akademie der Künste daselbst. Er starb 21. Jan. 1788. Sein Nachfolger als Rektor der Akademie der Künste war Schadow, welcher auch verschiedene von T. begonnene Kunstwerke, wie z. B. das Grabmal des Grafen von der Mark, vollendete. T. hinterließ aus seiner Ehe mit Marie de Moreau mehrere Kinder, welche sämtlich Künstler und von ihm in den von ihnen gewählten Kunstfächern ausgebildet wurden, da er auch in der Malerei, sowie in der Zeichen- und Kupferstechkunst sehr unterrichtet war. Seine älteste Tochter Henriette Felicitas T. (gest. 6. Aug. 1818), Gattin des Justizrats Louis Robert, war eine berühmte Pastellmalerin, deren Kunstwerke teils im Grünen Gewölbe zu Dresden, teils im königl. Museum zu Berlin sind. Seine zweite Tochter Antonia T. war hervorragende Zeichnerin und Kupferstecherin. Sein Sohn Joh. Joseph Franz T. zeichnete sich gleichfalls als Zeichner und Kupferstecher aus. Vgl. Robert, (Gedenkblatt an Jean Pierre Antoine T.» (Berl. 1884).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 487Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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