FeedTrauskaspisches Gebiet
GeschichteBrockhaus 1882

Trauskaspisches Gebiet, genauer: Transkaspischer Militärdistrikt, die auf dem Ostufer des Kaspischen Meeres belegenen russ. Besitzungen, wie sie sich seit dem Vorrücken der Russen in jener Gegend und namentlich durch die Expedition gegen das Chanat Chiwa 1873 herausgebildet und unterm 9. März 1874 durch Allerhöchsten Ukas ihre Reorganisation erhalten haben. Durch Ukas vom 18. (6.) Mai 1881 kam das ebemalige Tecke-Turkmenengebiet, im Febr. 1884 das Gebiet von Merw dazu. Der Chef des transkaspischen Militärdistrikts mit dem Range eines Militärgouverneurs steht unter dem Statthalter des Kaukasus als nächsthöherer Instanz. Während die russische angesiedelte Bevölkerung den allgemeinen Reichsgesetzen und Verordnungen unterworfen ist, ist den Eingeborenen, Kirgisen im Norden, Turkmenen im Süden, ihre alte Aul- und Wolostverwaltung geblieben. Das Gebiet umfaßt mit den neueen Erwerbungen (Turkmenengebiet, Merw) zusammen 539000 aEm und zählt 710000 E., wovon 450000 auf das Turkmenengebiet nebst Merw kommen. Transkaukasien, s. unter Kaukasisches Generalgouvernement. Translation (lat.), Übertragung; translatio juris, Übertragung eines Rechts auf einen andern. Translation der Legate, s. unter Ademtion der Legate. Transleithanien oder Transleithanischer Teil (die Reichshälfte jenseit der Leitha [s. d.J, des teilweisen Grenzflusses zwischen Osterreich und Ungarn) ist seit dem Ausgleich von 1867 im Gegensatz zu Cisleithanien (Cisleithanischer Teil, im österr. Reichsrat vertretene Kronländer) der zwar nicht offiziell, aber doch sonst allgemein gebräuchlich gewordene Gesamtname für die Länder der Unarischen Krone (Ungarn im weitern Sinne). T. bildet den südöstlichen (größern, aber weniger bevölkerten) Teil der Osterreichisch-Ungarischen Monarchie und umfaßt: 1) das Königreich Ungarn, 2) das Großfürstentum Siebenbürgen, 3) Fiume mit Gebiet, 4 das Königreich Kroatien-Slawonien, insgesamt (nach neuesten Berechnungen) 322 285,3 akm mit (1880) 15 738 468 E. (49 auf 194m). Über das Staatsrechtliche s. Osterreichisch „Ungarische Monarchie und Ungarn. recht. Transmission (juristisch), s. u. Acere cenz— Transmissionen und Triebwerke. Unter Transmission (vom lat. transmissio, eigentlich eFortpflanzung oder lübertragung) versteht man im Maßchmenweden eine Zusammenstellung von Vorrichtungen (Zwischenmaschinen), welche zur Fortleitung der Kraft oder Bewegung vom Motor, speziell einer Dampfmaschine, auf die Arbeitsmaschinen dienen und ** bei jedem mechan. Betrieb vorhanden sind. Die Transmissionen im weitern Sinne setzen sich zusammen aus solchen Maschinenteilen, welche die Kräfte in passender Weise nach bestimmten Richtungen zu übertragen haben (eigentliche Triebwerke), und solchen, durch welche die Triebwerke in ihrer Lage erhalten werden (Wellen, Lager u. s. w.). Bei den Triebwerken unterscheidet man solche, welche direkt, und solche, welche indirekt übertragen. Zu den erstern zählen die Rädergetriebe und Kurbelgetriebe, zu den letztern die Riemen-⸗, Schnur- und Seilgetriebe. Unter den direkt übertragenden Triebwerken ist das wichtigste das Rädergetriebe oder Räderwerk. Dasselbe bezweckt die Übertragung der rotierenden Bewegung einer Achse oder Welle auf geringe Entfernung. Bei dem Zahnradgetriebe (s. unter Zahnräder) erfolgt diese Bewegungsübertragung in einem bestimmten Geschwindigkeitsverhältnis (Üübersetzungsverhältnis), sodaß die mittels der Zahnräder bewegte Welle der Arbeitsmaschine, die Antriebswelle, eine gleiche, groößere oder geringere Anzahl von Umdrehungen in der Zeiteinheit (gewöhnlich in der Minute) machen kann wie die Betriebswelle, von welcher aus die Kraft übermittelt wird; ferner kann durch die Verwendung elliptischer oder unrunder Zahnräder die Bewegung der Antriebswelle bei gleichförmiger Bewegung der Betriebswelle entweder eine gleichförmige oder eine ungleichförmige sein. Beim Friktionsrädergetriebe (s. unter Friktionsrad) erfolgt die Bewegung stets gleichförmig, und zwar entweder in einem bestimmten Übersetzungsverhältnis ähnlich dem Zahnradgetriebe, oder (bei der Friktionsscheibe in Verbindung mit der Friktionsrolle) in einem veränderbaren lUbersetzungsverhältnis. Bei beiden Rädergetrieben kann die Antriebswelle parallel zur Betriebswelle oder * neigt zu derselben liegen; bei Zahnradtriebwerken nennt man im erstern Falle die Zahnräder Stirnräder, im zweiten Falle konische Zahnrader (Kegelräder), Schraubenräder oder hyperbolische Räder. Durch das Kurbelgetriebe (s. d.) wird die rotierende Bewegung einer Welle in eine hin⸗ und hergehende, senkrecht zur Betriebswelle gerichtete Bewegung verwandelt. Bei den indirekten Triebwerken leitet ein Zwischenmittel die Bewegung des einen Teils auf den andern fort; derartige Zwischenmittel sind für Riementriebwerke der Riemen, für Seiltriebwerke das Seil, für Schnurtriebwerke die Schnur. Bei Riemen⸗, Seil⸗ und Schnurtriebwerken wird das Zwischenmittel um cylindrische Scheiben oder Trommeln gelegt und bis zu einem gewissen Grade festgespannt; der anzutreibende Maschinenteil wird alsdann infolge der gewöhnlich durch besondere mechanische Hilfsmittel vergrößerten Reibung mitgenommen, wodurch eine Bewegungsübertragung mit beliebigem lübersetzungsverhältnis, jedoch nur gleichförmiger Bewegung, auf einander parallele oder auch gegeneinander geneigt liegende Wellen möglich ist. Das Schnurtriebwerk, die älteste der Transmissionen, ist nur zur Übertragung geringer Kräfte auf sehr mäßige Entfernungen tauglich. Bei demselben ist eine endlose, aus Lederstreifen, Hanf oder Baumwolle verfertigte Schnur (Treibschnur) um zwei cylindrische, an ihrem Umfange mit Rinnen versehene Scheiben (Schnurscheiben) geführt. Da die Schnur infolge ihrer Herstellungsart ein sehr biegsames Zwischenmittel ist, eignet sie sich besonders zur Erreichung sehr großer Übersetzungsverhältnisse, um von einer sich langsam drehenden Scheibe aus sofort eine rasch rotierende Bewegung u erhalten. Anwendungen der Schnurtriebwerke snden sich z. B. an Spinn⸗ und Spulmaschinen, leichten Drehbänken u. s. w. Diese rasch rotierenden Schnurscheiben werden, wenn sie sehr klein sind, auch Wirtel oder Würtel genannt. Die meiste Verbreitung Ie ; die Riementriebwerke gefunden, welche zur übertragung beliebig großer Kräfte auf Entfernungen bis zu 15 m dienen. Hier ist das Zwischenmittel, der Riemen, auch Treibriemen genannt, entweder ein aus Lederstreifen zusammengenähter, resp. gekitteter oder seltener ein aus Hanf⸗, resp. Baumwollschnüren fest zusammengewebter Gurt, welcher um zwei Scheiben (Riemenscheiben) mit entsprechend breitem Umfang gespannt ist. Diese Scheiben bestehen in der Hauptsache aus dem cylindrischen, außen glatten oder schwach gewölbten, Riemenscheiben eine volle Scheibe zwischen Kranz und Nabe eingesetzt. Je nach der Größe der zu übertragenden Kräfte wird der Riemen aus einfachen, doppelt oder dreifach übereinander gelegten Lederstreifen und in Breiten bis zu 1,5 m ausgeführt, wobei die abgeschrägten Enden zur Herstellung eines endlosen Bandes mittels Schrauben, Niete oder besonderer, meist patentierter Riemenschlösser (Treibriemenverbinder) vereinigt werden. Um die zur Bewegungsübertragung erforderliche Reibung zu erzeugen, muß der Riemen straff gespannt werden. Hierzu bedient man sich bei breitern Riemen eigener Vorrichtungen (Treibriemenspanner), welche mit ihren Zangen die beiden Enden fassen und einander nähern; auch bringt man zwischen den beiden die Bewegung vermittelnden Riemenscheiben noch eine dritte (Spann rolle) an, welche gegen den Riemen gepreßt wird und dadurch denselben spannt, oder man schaltet in die Riemenleitung bei zueinander geneigt liegenden Wellen Leitrollen ein, damit sich die Riemen sicher um einen größern Teil des Umfangs der Riemenscheiben legen. Da der Riemen auf dem Umfang der Scheibe nicht gleiten soll, richtet sich das übersetzungsverhältnis der antreibenden Riemenscheibe zu dem der angetriebenen nach dem Verhältnis des Umfangs, resp. des Durchmessers beider zueinander. Um einer und derselben Antriebswelle bei stets gleicher Umdrehungszahl der Be-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XV. triebswelle verschieden große Geschwindigkeiten zu erteilen, wendet man auf beiden Wellen Stufenscheiben (Fig. 2) an, d. h. treppenförmig abgestufte Riemenscheiben, von denen eine ö A in der umgekehrten Richtung auf der einen Welle befestigt ist, sodaß der Riemen gleichzeitig auf der größten Scheibe der Fig. 2 einen Welle und der kleinsten der andern Welle liegen kann. Entsprechend den verschiedenen Durchmessern der Stufenscheibe findet dann verschiedene Üübersetzung statt. Für größere Entfernungen als die für Riemenbetrieb angegebene verwendet man das Seiltriebwerk (Fig. 3). Bei diesem sind Seile b aus Hanf oder Draht, seltener aus Baumwolle, in die Rinnen der Scheiben (Seilscheiben a) eingelegt; die erforderliche Reibung wird entweder wie bei der Riementransmission durch straffes Anspannen der Seile bewirkt, oder sie entsteht bei größerer Entfernung der Seilschei⸗ Fig. 3. ben voneinander durch das Gewicht des Seils. Zur Unterstützung der sich durchbiegenden beiden Seilbogen oder Seiltrümmer werden hier öfters Tragrollen angewendet (s. unter Drahtseil). Beim Seiltriebwerk liegen die beiden Wellen fast ausnahmslos parallel zueinander. Wellen sind cylindrische, meist aus Schmiedeeisen oder Stahl hergestellte Körper von bedeutender Länge und verschiedener Dicke, auf welchen die Räder oder Scheiben durch Keile oder Stellschrauben befestigt werden, und die an 2— rundgedrehten Stellen, den Zapfen, in den agern befestigt sind, sodaß sie sich nur um ihre geometrische Achse drehen können. Je nachdem das Lager (bei horizontal liegenden Wellen) auf den Boden, das Fundament etc. gestellt oder an einem höher gelegenen Orte aufgehängt ist, oder seitlich seine Unterstützung findet, unterscheidet man Stehlager (Fig. 4), Hängelager (Fig. 5), Konsollager (Fig. 6). Die La ger für horizontale Wellen, s owie die weiter unten erläuterten Halslager und Kamm5e Wene zun bestehen aus drei Hauptteilen: der ie Welle zunächst umgebenden Lagerschale a (Fig. 4) aus Rotguß, Weißmetall oder Gußeisen, dem Lagerfuß oder Lagerkörper e, welcher das Gewicht der Welle, der Scheiben und Räder trägt, geführt. Bei großen Lagern für Hauptwellen, z. B. Dampfmaschinenachsen, teilt man die Schalen, damit dieselben besser anliegen, in drei oder vier Teile (dreiteilige und vierteilige Lager). Stehlager, welche auf Fundamenten befestigt werden sollen, erhalten, damit man das Lager genauer fixieren kann, eine Sohlplatte d unterhalb des LagerkörpersUe, auf welche dann der letztere festgeschraubt wird. Oft wird der Lagerkörper so hoch ausgeführt, daß er wie ein besonderer Bock erscheint (Bocklager); hängt man jedoch diesen Bock derart auf, daß das eigentliche Lager unterhalb des Aufhängepunkts gelegen ist, so hat man ein Hängelager. Schraubt man das Stehlager a auf die Konsole b seht 6) oder gießt ersteres an letztere an, so entteht ein Konsollager. Damit beim Durchbiegen ö diesem Falle meist gußeisernen) Lagerschalen kugelgelenkartig im Lager befestigt (Universallager) oder kugelförmig in das entsprechend ausgehöhlte Lager eingelassen (Amerikanisches Lager oder Sellerssches Lager, Fig. 7). m vertikale Wellen zu unterstützen, ordnet man an ihrem untern Ende ein Stütz⸗- oder Spurlager, an ihrem obern Ende ein dasselbe umgreifendes Halslager an. Das Spurlager besteht aus der das Gewicht und den Vertikaldruck der Welle direkt aufnehmenden, unter dem untern Kopfende derselben, dem Spurzapfen, liegenden Platte, der Spur, und der den Spurzapfen umgebenden Lagerschale oder Spurbüchse, welche beiden Bestandteile von dem gemeinschaftlichen Lagerkörper, dem Spurtopf oder der Spurpfanne, De d werden. Das obere Lager der vertikalen Welle, das Halslager, hat gewöhnlich die Form eines Stehlagers, dessen Lagerkörper seitlich, nicht stehend, angeschraubt ist. Oft setzt man die Lager so hoch, daß sie an besondern eisernen Ständern (Lagerstühlen) befestigt werden, die dann ein oder mehrere Lager aufnehmen können (leinfache und mehrfache Lagerstühle). Die Verschiebung der Wellen in den Lagern, welche die Wirkung seitlicher, gewöhnlich von der Kraftübertragung selbst herrührender Druckkräfte ist, wird durch folgende Mittel beseitigt: Bei kleinen Kräften wird diejenige Stelle der Welle, die im Lager läuft, die Lagerstelle oder Laufstelle, um ein gewisses Maß im Durchmesser schwächer als der übrige Teil der Welle gedreht (Zapfenlager); bei größern Kräften werden zu beiden Seiten der Lagerstelle Ringe auf die Welle geschweißt (Bunde) oder mittels Stellschrauben befestigt (Stellringe), welche sich gegen die Lagerschalen legen. Bei bedeutenden in der Achsenrichtung der Welle wirkenden Kräften wendet man Kammzapfen mit Kammzapfenlagern an; bei diesen Zapfen wird der Druck durch eine Anzahl von Ringen, die mit der Welle, resp. dem Zapfen ein Stück bilden, auf das umschließende Lager übertragen, wodurch der auf die Flächeneinheit wirkende Druck verringert wird. Bestimmte Arten von Transmissionen haben besondere Namen erhalten. So heißt eine stehende Wellenleitung, welche vom Motor direkt angetrieben wird, Königswelle (s. d.), dagegen kleinere Transmissionen, welche zum direkten Betrieb von Arbeitsmaschinen angelegt sind und je eine oder nur wenige derselben antreiben, Vorgelege. Nach den verwendeten Triebwerken unterscheidet man Räder⸗, Riemenscheiben⸗, Seilscheiben-, Schnurscheibenvorgelege; nach der örtlichen Befestigung Decken⸗, Wand⸗ und Bodenvorgelege. Am gebräuchlichsten sind die Riemenscheibenvorgelege. Dieselben werden oft mit loser und fester Riemenscheibe versehen, d. h. neben der mit der Vorlegewelle fest verbundenen Riemenscheibe, der Fest scheibe, sitzt auf dieser Welle lose drehbar eine zweite, die Losscheibe, auf welche der Riemen mittels eines zangenartigen Hebels, des Ausrückers, geschoben wird, wenn die in Gang zu setzende Welle stillstehen soll. Zur Verbindung der langen Transmissionswellen untereinander dienen die Kuppelungen (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 800Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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