FeedVerkupfern
NaturlehreBrockhaus 1882

Verkupfern ist das überziehen anderer Metalle oder Metallflächen mit Kupfer; dies geschieht, wenn man z. B. bis zum beginnenden Weißglühen erhitztes Eisen in geschmolzenes Kupfer taucht, noch leichter verkupfert sich erst mit Zink überzogenes Eisen. Will man auf nassem Wege verkupfern, so mischt man zu konzentrierter Kupfervitriollösung konzentrierte Schwefelsäure, taucht in diese Flüssigkeit den Stahl- oder Eisengegenstand, nimmt ihn sofort wieder heraus, spült ihn ab und trocknet ihn mit geschlämmter Kreide. Diese Art der Verkupferung dient als Vorarbeit für das Vergolden und Verzieren durch Ansieden. Zink verkupfert man, indem man dasselbe erst mit einem Gemisch von verdünnter Schwefel- und Salpetersäure abbeizt und dann in einem Bade aus 12 Teilen Weinstein, 1 Teil kohlensaurem Kupferoxyd und 24 Teilen Wasser auf 75 erhitzt, dann herausnimmt, wäscht und trocknet. Zum V. von Messing erhitzt man dasselbe an der Luft, bis es braun wird, löscht in Chlorzinklösung ab, spült ab und kocht es in kupferhaltiger Chlorzinklösung und berührt es dabei mit einem Zinkblech, worauf das Messing herausgenommen, gespült, gebürstet und getrocknet wird. Zur galvanischen Verkupferung dient eine Auflösung von Kupferoxyd in Cyankalium. Nach der von . Weil in Paris eingeführten Methode der galvanischen Verkupferung von Gußeisen, Stahl oder Schmiedeeisen wendet man als Zersetzungsflüssigkeit eine Lösung von 350 g Kupfervitriol, 1500 g Seignettesalz, 400—500 g Atznatron in 20 1 Wasser gelöst an. Oudrys Verfahren der Verkupferung von Eisen, welches in Paris zur Verkupferung der großen Brunnen auf dem Concordienplatze Anwendung gefunden hat, unterscheidet sich von der gewöhnlichen Verkupferung dadurch, daß man das Kupfer nicht unmittelbar auf das Eisen niederschlägt, sondern dieses zunächst mit einer für Wasser und saure Flüssigkeiten undurchdringlichen Hülle überzieht und diese sodann durch Einreiben von Graphit leitend macht und hierauf das Kupfer in der Dicke von 2,2 mm niederschlägt. Ist die ausgefällte Kupferschicht sehr dick, so wird deren Oberfläche meist etwas knollig und muß daher noch mit der Feile etwas abgeglichen werden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 212Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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