FeedVerus (Lucius Alius)
GeschichteBrockhaus 1882

Verus (Lucius Alius), hieß eigentlich Lucius Aurelius Cejonius Commodus Verus und erhielt jenen Namen, als ihn Hadrianus 136 n. Chr. adoptierte und unter der Benennung Cäsar zum Nachfolger designierte. Er starb schon 138. Sein Sohn, der als Kaiser gewöhnlich Lucius V. genannt wird, wurde von Antoninus Pius, welchen Hadrian adoptierte, nach dessen Willen mit Marcus Aurelius (Antoninus Philosophus) adoptiert. Er war unfähig für die Regierung, von der ihn daher auch sein Adoptivvater entfernen wollte. Dennoch nahm ihn Marcus Aurelius, als er 161 n. Chr. den Thron bestieg, zum Mitaugustus an und schuf damit den Vorgang für die bis auf Diocletian oft sich wiederholende Teilung der Regierung ohne rechtliche Teilung der Geschäftsgebiete oder des Reichsgebiets. V. übernahm 162 den Krieg gegen die Parther, überließ jedoch, während er selbst in Antiochien ein üppiges Leben führte, die eigentliche Führung des Kriegs tüchtigen Feldherren, namentlich dem Avidius Cassius, die ihn bis 165 zu Ende brachten. Das Jahr darauf feierten beide Kaiser in Rom einen glänzenden Triumph. Aber das siegreiche Heer hatte die Pest mit sich gebracht, und an der Donau erhoben sich tapfere Völker zum Krieg gegen die Römer. Im J. 167 zogen beide Kaiser zum Markomannenkrieg aus. Sie hatten 168 kriegerische Erfolge, aber auf der Rückkehr starb V. 169 in Altinum in Venetien.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 233Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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