Wiederkunft Christi. Die älteste Christenge meinde erwartete im Anschluß an die Verkündi gungen Jesu (Matth. 24 u. 25; Mark. 13; vgl Matth. 16,27 fg.; 23, 30; 26, 61 und Parallelen nMark. 10, 20; Luk. 12, 35 fg.; 17, 21 fg.; 19, 11 fg. 21, 3), daß der Gekreuzigte, aber Auferstandene un zum Himmel Erhöhte auf den Wolken des Himmels numgeben von den Engeln auf die Erde zurückkehre „und hier das Messiasreich aufrichten werde. Die Vor tstellung schließt sich ursprünglich an eine messianis gedeutete Stelle des Propheten Daniel an (Dan 7/,13). Jesus selbst scheint, seitdem er dem Todes⸗ „geschick ins Auge sah, seine W. in allernächster tFrist erwartet zu haben; als dieselbe sich verzögerte (Matth. 24, 4s; 25, 5; Luk. 19, 11 u. öfter), suchte eman aus seinen Worten immer wieder einen spätern Termin herauszulesen (ogl. Matth. 10, 25 mit Matth. 24, 34; Matth. 16, 25; Joh. 21, 23). Die älteste Gemeinde hoffte ebenso wie der Apostel Paulus die W. noch zu erleben und tröstete sich mit dem Gedanken: der Herr ist nahe (1 Thess. 4, 1; 1Kor. 15,52; 16, 22; Röm. 13, 12; Phil. 4,5; Jak. 5, s; 1 Petr. 4, 5; Offenb. 22, 7, 12, 17, 20; Hebr. 10, 37). Man erwartete sie unmittelbar nach der Zerstörung von Jerusalem (Matth. 24, 2o, vgl. mit den Umbildungen bei Markus und Lukas), doch ward später, als die Väter gestorben waren, der Glaube an die W. immer schwächer (2 Petr. 3, 3 fg.). Der W. sollten furchtbare Wunderzeichen am Himmel und auf Erden und eine Zeit schwerer Drangsal der Frommen (Messiaswehene) vorangehen Matth. 24,6-0, 15-22, 20; Mark. 10, 30; 13,9 u. öfter). Mit' der Aufrichtung des Messiasreichs, dessen Herrlichkeit mit den glühendsten sinnlichen Bildern (namentlich in der Offenbarung des Johannes, aber auch anderwärts) geschildert wird, sollte nach einer früher ausgebildeten Meinung auch das Weltgericht (Matth. 25, 31 fg.) erfolgen.