Wildenbruch (Ernst Adam von), hervorragender Dramatiker, geb. 3. Febr. 1845 zu Beirut in Syrien, Sohn des dortigen preuß. Konsuls, siedelte mit seinem Vater im 2. Jahre nach Berlin, im 5. nach Athen, wohin derselbe als Gesandter berufen war, im 6. nach Konstantinopel über, wo er von Frick, dem jetzigen Direktor der Franckeschen Stiftungen in Halle, unterrichtet wurde. Wegen Erkrankung der Mutter kehrte der Vater in W.s 12. Jahre nach Deutschland zurück. W. besuchte die Gymnasien zu Halle, Berlin und das Kadettenkorps zu Potsdam und trat 1863 als Offizier in die preuß. Armee, nahm aber schon 1865 seinen Abschied, machte den Krieg 1866 als Landwehroffizier mit und widmete sich 1867 zu Berlin dem Rechtsstudium. Nachdem er auch an dem Kriege 1870 teilgenommen, ward er Referendar am Kreis—⸗ gericht zu Frankfurt a. O., 1877 Hilfsarbeiter im Auswärtigen Amte des Deutschen Reichs. Schon während seiner Studienzeit schrieb er das Satyrspiel Die . am Parnaßo (Berl. 1868), in Frankfurt das Gedicht Die Söhne der Sibyllen und Norneno (Berl. 1872), das Heldenlied «Vionvilles (Berl. 1874; 3. Aufl. 1883), das Drama (Auf der hohen Schulen, das Heldenlied «Sedan) (Frankf. a. O. 1875), die ersten Entwürfe des Dramas «Haroldo (3. Aufl., Berl. 1883) und eine Reihe lyrischer Gedichte, die 1877 erschienen. In den folgenden Jahren entstanden: „Dichtungen und Balladeno (Berl. 1884), das Trauerspiel «Die (zwei Erzählungen, 2. Aufl., Berl. 1884), das Trauerspiel «Christoph Marlowo (Berl. 1884), „Der Meister von Tanagra. Eine Künstlergeschichte aus Alt-Hellasv (5. Aufl., Berl. 1883), das Trauerspiel cDer Mennonito (3. Aufl., Berl. 1886), die Schauspiele«Opfer um Opferr» (5. Aufl., Berl.1883), „(Väter und Söhnes (Berl. 1882) und „Das neue Gebote (1886), sowie Novelleno (3. Aufl., Berl. 1883) und Humoresken und Anderesy (Berl. 1886).