FeedWindscheid (Bernh. Jos. Hubert)
Recht & StaatBrockhaus 1882

Windscheid (Bernh. Jos. Hubert), ausgezeichneter Pandektenlehrer, geb. 26. Juni 1817zu Düsseldorf, besuchte die Schule zu Emmerich, wo sein Vater Vorstand des Hauptzollamts war, und die Gymnasien zu Recklinghausen und Düsseldorf, studierte 1834—35 zu Bonn und 1835—37 zu Berlin die Rechte. Nachdem er von Herbst 1837 an beim Landgericht zu Düsseldorf beschäftigt gewesen war, habilitierte er sich Ostern 1840 als Privatdocent zu Bonn, wo er, seit Sommer 1847 als außerord. Professor, über röm. und franz. Recht las. Im Herbst 1847 wurde W. in Basel ord. Professor des röm. Rechts, Ostern 1852 zu Greifswald, Herbst 1857 zu München, Ostern 1871 zu Heidelberg (als Nachfolger Vangerows), Herbst 1874 zu Leipzig, wo er seitdem lehrt. Berufungen nach Straßburg (1871), Wien (1872), Berlin (zweimal, 1872 und 1880) hat er ausgeschlagen. Im J. 1874 wurde er Mitglied der vom Bundesrat aufgestellten Kommission zur Ausarbeitung des Entwurfs eines deutschen bürgerlichen Gesetzbuchs, schied aber 1883 aus derselben wieder aus, um sich seinem Lehramte in vollem Maße widmen zu können. W.s Hauptschriften sind: «Zur Lehre des Code Napoléon von der Ungültigkeit der Rechtsgeschäftes (Düsseld. 1847), „Die Lehre des röm. Rechts von der Voraussetzunge (Düsseld. 1850), «Die Actio des röm. Civilrechts vom Standpunkt des heutigen Rechts v (Düsseld. 1856), Lehrbuch des Pandektenrechtso (3 Bde., Düsseld. 1862—67; 6. Aufl. 1887), Karl Georg von Wächtere (Lpz. 1880).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 684Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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