Kambyses (bei den Griechen; Kambuziya in altpers. Namensform), König der Perser und Meder, der Sohn des Cyrus und der Kassandane, folgte 529v. Chr. seinem Vater in der Herrschaft. Im J. 525 machte er einen Angriff auf Agypten. Er schlug den König Psammenit bei Pelusium, eroberte die Hauptstadt Memphis, wo er den Psammenit gefangen nahm, unterwarf binnen sechs Monaten das ganze Land, zwang die Griechen von Cyrene und Barka sowie die benachbarten Libyer, ihm zu huldigen, und hatte nun die Absicht, eine Flotte gegen Karthago abzusenden, Athiopien zu erobern und sich des Tempels des Zupiter Ammon zu bemächtigen. Doch die erste dieser Unternehmungen scheiterte, weil die Tyrier, auf deren Flotte die Seemacht des K. beruhte, sich weigerten, gegen ihre Tochterstadt zu ziehen. Das gegen die Ammonier abgeschickte Heer aber kam in den Sandwüsten um, und dasjenige, an dessen Spitze er selbst gegen die Athiopier aufgebrochen war, wurde durch Hunger zum Rückzuge gezwungen. Nach seiner Rückkehr nach Agypten soll er, dem Trunke ergeben, die äußersten Grausamkeiten geübt haben. Schon vorher hatte er seinen Bruder Smerdis (altpers. Bardiya), durch die Verleumdungen eines Magiers argwöhnisch gemacht, heimlich umbringen lassen. K. starb an einer zufälligen Selbstverwundung 522 auf dem Rückwege nach Persien, den er auf die Nachricht antrat, daß sich ein Magier, Namens Gaumata, die während der Abwesenheit des K. eingerissene Lockerung des Reichsverbandes benutzend, für den Smerdis ausgegeben und die Herrschaft über Persien, Medien und andere benachbarte Provinzen an sich Dorut habe. Gaumata wurde jedoch bald von Darius (s. d.) unterworfen und mit den Vornehmsten seines Anhangs in der Festung Sikhyuvatis in der medischen Provinz Nisaya getötet (April 521). Herodots Nachrichten über K. Buum in neuerer Zeit durch die große Keilinschrift zu isutun Bestätigung gefunden. Außerdem besitzen wir eine bedeutende Anzahl von unter seiner Regierung datierten babylonischen Privattraktaten und ägypt. Inschriften. Des K. Großvater hieß ebenfalls K., wie Herodot mit Recht berichtet hat; auch dieser war, demselben jetzt durch Inschriften bestätigten Geschichtschreiber zufolge, ein Sohn eines ältern Cyrus.