Grünkern ist vor der Reife geschnittener, mit der Aehre im Backofen gedörrter, dann ausgedroschener und auf der Mühle geschälter Dinkel. Man bereitet daraus Suppen wie aus den Graupen oder kocht ihn wie den Reis mit Milch zu einem Brei. Früher nur in Südwestdeutschland bekannt und beliebt, haben diese Gerichte durch die „Grünkern-Suppentafeln“ von Knorr in Heilbronn in neuerer Zeit auch in Norddeutschland und in Oesterreich Eingang gefunden. Der Preis dieser Präparate wie des Grünkerns überhaupt ist ein verhältnißmäßig hoher, da an Grünkern nur etwa der zehnte Theil dessen gewonnen wird, was der Dinkel bei völliger Reife an Getreide liefert.
Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 209Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei