FeedSchweinefett
Haus & KücheAppetit-Lexikon 1894

Schweinefett, im engern Sinn nur das Nierenfett des Schweins, im weitern Verstand aber alles Fett am Schwein überhaupt, aus dem durch Ausschmelzen der Schweineschmer oder das Schweineschmalz gewonnen wird, während der bei der Operation verbleibende Rückstand, aus gebräunten, häutigen Stücken bestehend, die Grieben, in Baiern Krämel, liefert. Schweineschmalz guter Qualität besteht zu 99¾ %% aus reinem Fett, ist weiß, geruchlos, weich, ohne zu zerlaufen, in Wasser unlöslich und schmeckt fade. An der Luft wird es nach einiger Zeit gelb und ranzig und ist in diesem Zustande äußerst unzuträglich. Nächst der Butter das häufigste unter allen thierischen Fetten, dient es gleich jener vorzugsweise zum Schmalzen der Speisen beim Dämpfen, Backen und Braten, wird aber auch als Zukost zum Brot verwendet. Fast ausschließlich dem letztern Zweck dient eine Sorte von grüner oder graugrüner Farbe, die beim Sieden der Würste abgeschöpft wird und daher den Namen Wurstschmalz führt, aber wenig haltbar ist und daher keinen Handelsartikel bildet.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 507Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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