Aktiv und passib. Aktiv (vom lat. agere), thätig, irgend eine Wirkung äußernd, ist der Gegensatz zu passiv (vom lat. pati), d. i. leibend, die Außerung fremder Thätigkeit empfangend. Das Wechselverhältnis von Aktivität und Passivität der Dinge durchdringt die natürliche wie die geistige Welt und ist die Grundbedingung aller Lebensäußerung. Das Leben eines jeden Wesens besteht nur darin, daß es, bewußt oder unbewußt, von der Außenwelt Einwirkungen empfängt und selbst auf die übrigen Dinge einwirkt. Aktiv ist das Verhalten des menschlichen Geistes, indem derselbe durch die Thätigkeit des Denkens die Welt außer ihm sich anzueignen sucht, passiv dagegen, indem er, empfindend, die Dinge auf sich einwirken läßt. Ersteres nennt man die Spontaneität, letzteres die er des menschlichen Geistes. Auf dem mora ischen Gebiete spricht man von einem aktiven, d. i. zum energischen Handeln und zum Widerstand gegen äußere Einflüsse geneigten Charakter, im Gegensatze zu einem passiven, der sich im Kampfe des Lebens mehr duldend und betrachtend verhält. — In der praktischen Politit leistet eine Partei aktiven Widerstand dadurch, daß sie dem Gegner durch unmittelbar wirkende Maßregeln und schließlich mit den Waffen in der Hand entgegentritt, während man einer Regierung mit passivem Widerstande begegnet durch Steuerverweigerung, Nichtbeteiligung an rn. Fernhalten vom Parlament u. s. w. Bei Wahlen nennt man aktives Wahlrecht die gesetzliche Berechtigung ur Handlung des Wählens, passives Wahlrecht agegen die Uunst vas gewählt zu werden. — In der Kriegskunst versteht man unter aktiver Verteidigung diejenige, wobei man, um sich zu verteidigen, zum Angriff selbst übergeht, auf as man ich bei passiver Verteidigung bloß auf das Abwehren des feindlichen Angriffes beschränkt. — Über A. in grammatischer Hinsicht s. Verbum.