FeedErskine (Thomas, Lord)
Recht & StaatBrockhaus 1882

Erskine (Thomas, Lord), ausgezeichneter engl. Advokat, der dritte Sohn des schott. Grafen von Buchan, geb. 21. Jan. 1750, verließ kaum 18. alt die Universität und trat in die Marine, dann in ein Landregiment. Mit 26 Jahren begann er das Studium der Rechte und wurde 1778 unter die Zarristers aufgenommen. Seinen ersten Prozeß ührte er für den Kapitän Baillie, der die Miß⸗ 0 räuche in der Marineverwaltung rücksichtslos auf.2 edeckt hatte und desh vorden war. Er errang in demselben den län⸗ b endsten Sieg. In den bedeutendsten polit. Proessen, welche damals purde er nun von den Verfolgten zum Beistande H rwählt. In dem Prozesse des wegen Libells angelagten Serehwoneuen Stockdale (1780) bewies er, daß die Ges das Faktum der Verbreitun vorerst darüber zu fällen ö überhaupt ein Libell sei. Wiewohl seine Erläuterung damals keine Folgen hatte, wurde die Rechtsfrage fortan doch na dieser Ansicht entschieden und der Preßfreiheit dadur leistet. Der Prinz von Wales hatte ihn zu seinem Generalprokurator ernannt; als er aber 1792 die Verteidigung des Thomas Payne, des Verfassers der Schrift Rights of dieses Amt niederlegen. Auch führte er 1800 die Sache Hadfields, der im Wahnsinn nach dem König geschossen hatte. Als Parlamentsmitglied seit 1783, als Peer von England seit 1806 und als Lordkanzler während der kurzen Verwaltung Grenvilles rechtfertigte er weniger die Erwartungen, die sein ausgezeichnetes Talent hervorrief, wiewohl er in diesen Stellungen Mut und polit. Freisinn bewies. Als Schriftsteller machte er sich bekannt durch die View of the causes present waro (1793), er hatte darin die Prinzipien der Französischen Revolution anerkannt, trat aber an die Spitze eines Freikorps, als der Krieg mit Frankreich eine drohende Wendung nahm. bens veröffentlichte er und den polit Roman Armatasd (Lond. 1817). Er starb 17. Nov. 1823 zu Almondale bei Edinburgh. Eine Sammlung seiner Reden gab er selbst heraus (4 Bde., Lond. 1810—11; neue Aufl. mit Bio dereh von Lord Brougham, 1847). Eine Auswahl derselben nebst einer iographie E.s veröffentlichte Walford (2 Bde., Lond. 1870. David Montagu, Lord E., des vorigen Sohn, geb. 1777, st mouth ins Unterhaus. Noch in demselben Jahre ging er als Gesandter nach den Vereinigten S ten, wo er bis 1809 gekehrt als Gefandter in Stuttgart und wurde 1828 nach München versetzt. Im Nov. 1843 zog er sich vom öffentlichen Leben zurück und starb zu Brighton 19. März 1855.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 323Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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