FeedKöstlin (Christian Reinhold)
Recht & StaatBrockhaus 1882

Köstlin (Christian Reinhold), namhafter Jurist und Novellendichter, geb. 29. Jan. 1813 zu Tübingen, widmete sich 1829—34 zu Tübingen, Heidelberg und Berlin jurist. Studien, habilitierte sich 1839 zu Tübingen und wurde 1840 zum außerord. und 1851 zum ord. Professor ernannt. Er starb 14. Sept. 1856. Eine große Anzahl lyrischer Gedichte und dramatische Fragmente, sowie novellistische Arbeiten teilte er unter dem Pseudonym C. Reinhold in Zeitschriften und Almanachen mit. Auch veröffentlichte er unter demselben Namen „Die Geschichte vom span. Baumeister und die Geschichte vom Leim und der Mariandl⸗ (Stuttg. 1837), sowie die Novelle Die Mathildenhöhles (Stuttg. 1838), zu denen später die Gesammelten Erzählungen und Novelleny (3 Bde., Brem. 1847—48) kamen. Seinen wissenschaftlichen Ruf begründete K. durch die Schriften: »Die Lehre vom Mord und Totschlago (Stuttg. 1838) und 4Wilhelm I., König von Württemberg, und die Entwickelung der württemb. Verfassung⸗(Stuttg. 1839). Diesen folgten: «Die Perduellio unter den röm. Königeno (Tüb. 1841), Neue Revision der Grundbegriffe des Strafrechts» (2 Tle., Tüb. 1844—45), „Der Wendepunkt des deutschen Strafverfahrens im 19. Jahrh. nebst Darstellung der Geschichte des Geschworenengerichtso (Tüb. 1849), Das Geschworenengericht für Nichtjuristen dargestellt (1. u. 2. Aufl., Tüb. 1849), (Die Geschworenengerichtes (Lpz. 1851) und „System des deutschen Strafrechtso» (Bd. 1, Tüb. 1854). Nach seinem Tode wurden die Abhandlungen aus dem Strafrechte (Tüb. 1858) und die 4&Geschichte des deutschen Strafrechts im Umriße (Tüb. 1859), beide von Geßler herausgegeben. — K.s Gattin, Josephine K., geborene Lang (geb. zu München 14. März 1815), ist als Liederkomponistin bekannt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 554Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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